Strategieumsetzung – Inszenierung von Störungen

Eine zentrale Frage im Rahmen der Strategieumsetzung lautet: «Wie kann es gelingen, das tägliche Handeln der Mitarbeitenden systematisch und zielgerichtet auf die neuen strategischen Schwerpunkte auszurichten?»

Systemtheoretisch gedacht, verändern sich Organisationen, indem Personen neue Denk- und Handlungsweisen einbringen, diese von der Organisation – das heisst von einer Vielzahl Personen – aufgenommen werden, sich in einem nächsten Schritt verfestigen und wie selbstverständlich werden. Strategieumsetzung bedeutet somit in einem ersten Schritt, verfestigte und stabile Handlungsmuster zu durchbrechen und beabsichtigten Veränderungen im Alltag einen Platz einzuräumen.

In der Strategieumsetzung geht es somit darum, Themen in das Bewusstsein von Personen zu rücken und die Alltagsroutine (d. h. so wie wir es bisher gemacht haben, bleibt es) in einem ersten Schritt zu stören. Störung wird somit als konstruktives und durchaus notwendiges Moment der Veränderung verstanden.

Fritz Simon – einer der grossen Systemtheoretiker (u. a. Management Zentrum Witten) – erläutert das Moment der Störung bzw. Irritation in folgendem Video:

Es geht also darum, die «Selbstverständlichkeiten» in Organisationen zu unterbrechen und neuen Themen / Handlungsweisen / Maximen … Raum zu geben, um im betrieblichen Alltag Fuss zu fassen. Ist es der Anspruch, dass die betriebliche Weiterbildung einen Beitrag zur Strategieumsetzung leistet, kann das auch bedeuten, dass die Bildungsmassnahmen als Inszenierung von Störungen der Routine verstanden werden.