Validieren von Lernleistungen – Einfach gemacht?

Die Konferenz für Höhere Fachschulen verfolgte das Vorhaben, ihren Lehrpersonen mittels eines massgeschneiderten Validierungsverfahrens die Möglichkeit zu eröffnen, die gesetzlichen Anforderungen im pädagogischen Bereich zu erfüllen. Es war die Vorgabe, dass das Verfahren zur Validierung pragmatisch und kostengünstig sein muss, damit es von der Konferenz für Höhere Fachschulen überhaupt betrieben werden kann. Und das Verfahren sollte für die Kandidat/innen eine spannende Alternative zu einer Ausbildung im berufspädagogischen Bereich darstellen. Ein nicht ganz einfaches Spannungsfeld zwischen Gültigkeit und Pragmatismus im Aufbau des Verfahrens.

Die bisherigen, im Rahmen des Projekts «Validation des acquis» erarbeiteten Validierungsverfahren, sind meist aufwendig. Es handelt sich überwiegend um Validierungsverfahren, welche in der Grundbildung eingesetzt werden. Ein Beispiel dazu ist auf der Homepage des Kantons St. Gallen zu finden. Unter dem folgenden Link:
http://www.berufsberatung.sg.ch/home/laufbahn/kompetenzenbilanz.html

Es galt somit, mit dem Verfahren neue Wege zu beschreiten. Die Lösung hat Ectaveo in einem technologiebasierten Verfahren gefunden, welches sowohl den Aufwand der Kandidat/innen wie auch der Administration minimiert. Das Ergebnis ist das Validierungsverfahren «surdossier», das die folgenden Elemente vorsieht:

  • Selbsteinschätzung der für die Validierung notwendigen Kompetenzen pro Modul anhand eines onlinegestützten Kompetenzrasters zum Einstieg
  • Praxisnachweis: Upload von Arbeitszeugnissen und Bestätigungen einer entsprechenden Unterrichtspraxis
  • Bildungsnachweis: Upload von Teilnahmebestätigungen, Zertifikaten oder Darstellung der wichtigsten theoretischen Erkenntnisse im verlangten Themengebiet.

Praxisnachweis und Bildungsnachweis werden durch eine operative Stelle beurteilt.

  • Fremdeinschätzung: Einschätzung der Kompetenzen im verlangten Bereich durch die vorgesetzte Person.
  • Lösen von Fallbeispielen in Form eines Onlinetests.

Die Lösungen werden durch eine/n Praxisexpert/in beurteilt. Hat ein Kandidat diese vier Nachweise bestanden, generiert das System für das entsprechende Modul einen Kompetenznachweis. Eine genauere Beschreibung dieses Verfahrens finden Sie in: Validierung von Bildungsleistungen von Lehrpersonen an Höheren Fachschulen. / M.Häubi / E.Desarzens Education Permanente, April 2010.

Der Aufwand für den Kandidaten beträgt pro Modul ca. 2 Tage. Der Prozess von der ersten Anmeldung bis zum Erhalt des Diploms dauert zwischen drei bis sechs Monaten. Diese Konzeption eines Validierungsverfahrens, die seit März 2011 in Betrieb ist, zeigt einen alternativen, niederschwelligen Weg der Validierung von Kompetenzen auf.

Interesse an einer theoretischen Überlegung?
Die Europäische Kommission sieht als eine wichtige Strategie zur Validierung von informell erworbenen beruflichen Kompetenzen den Einsatz von «Online-Prüfungen» vor. Vgl. Schaffert, S. (2005): Online-Prüfungen zur Zertifizierung informell erworbener beruflicher Kompetenzen. Den Artikel dazu finden Sie unter dem folgenden Link:

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