strategieARBEIT

Die Strategiearbeit gilt seit jeher als Königsdisziplin der Unternehmensführung. Es werden externe und interne Analysen durchgeführt, Zukunftsszenarien entwickelt, Alternativen ausgearbeitet – eine Arbeit, die kreativ-gestalterisch ist und ein hohes Ansehen geniesst. Mit der Entwicklung und Formulierung der Strategie wird das Unternehmen von seinen Topmanagerinnen und Topmanagern auf den zukünftigen Erfolgskurs gebracht. Dies ist die eine – die glänzende – Seite der Medaille. Und die andere Seite, was zeigt uns diese? Empirische Studien belegen, dass Strategien oftmals wenig erfolgreich in den Arbeitsalltag des Unternehmens umgesetzt werden. All die ausgefeilten Pläne, die hochgesteckten Ziele, die Summe der angestrebten Veränderungen werden von den Unternehmen in vielen Fällen nicht erreicht. Wenden wir uns der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Strategie zu, so setzt sich der Begriff aus den beiden griechischen Wörtern stratos (Heer) und agein (führen) zusammen. Im Sinne der Kriegsführung erinnern die beiden Seiten der Medaille an ausgeklügelte und gut durchdachte Schlachtpläne, an ein Heer, das in Stellung gebracht wird und von Kopf bis Fuss bewaffnet ist. Ertönen dann die Fanfaren zum Angriff, so setzen sich in diesem Augenblick nur einige wenige Krieger in Bewegung. Kehren wir zurück in die heutige Zeit: Was nützt eine mit Bedacht entwickelte und klug formulierte Strategie, wenn sie nicht zu einer nachhaltigen Veränderung im Unternehmen führt? Uns interessiert, wie Strategien in Unternehmen erfolgreich umgesetzt werden. Damit ist eine Vielzahl von Fragen verbunden:

  • Wer trägt die Verantwortung für die Umsetzung?
  • Wo liegen die Herausforderungen und Stolpersteine?
  • Gibt es geeignete Instrumente, Methoden und Vorgehensmodelle?
  • Wie können die Veränderungen wirkungsvoll initiiert werden?

In diesem ersten Manual legen wir zur Beantwortung all dieser Fragen den Grundstein. Dazu machen wir uns auf die Suche nach dem aktuellen Wissensstand zum Thema Strategieumsetzung und nach praxistauglichen Konzepten. Wir zeigen auf, dass gerade die Umsetzung eine der schwierigsten Phasen der Strategiearbeit ist, einfache Konzepte zu kurz greifen und diese Phase wesentlich mehr an Beachtung und sorgfältiger Bearbeitung verdient als ihr häufig beigemessen wird. Wenn es um die Frage geht, wie sich strategische Veränderungen wirkungsvoll und nachhaltig im Unternehmen umsetzen lassen, so beschäftigen wir uns in der Grundlagenarbeit mit den generellen Prinzipien, nach denen Unternehmen funktionieren. Dabei lassen wir uns von der Annahme leiten, dass das Bild, welches Führungspersonen vom Funktionieren ihres Unternehmens haben, den Fokus ihres Handelns bestimmt. Und je besser Führungspersonen wissen, wie das eigene Unternehmen «tickt» umso erfolgversprechender können sie Veränderungen initiieren. Wir skizzieren ein zeitgemässes Organisationsverständnis, das als Landkarte dient, um den gesamten Prozess der Strategieumsetzung zu verorten. Eines sei vorweggenommen: Der gesamte Prozess der Strategieumsetzung bedeutet eine grosses Stück Arbeit – ganz im Sinne von: strategieARBEIT.