Unsere höhere Berufsbildung kann sich sehen lassen

„Skills beyond School Review of Switzerland“ der OECD 2013 – ein internationaler Vergleich.

Man kann die Qualitäten und Mäkel eines landeseigenen Systems nicht in nationaler Einsamkeit beurteilen. Manchmal ist es hilfreich, eine Sicht von aussen hinzuzuziehen bzw. einen Vergleich mit anderen anzustellen. Wie schneidet die Berufsbildung der Schweiz im internationalen Vergleich ab? Was können wir besser machen?

Vor drei Jahren wurden die Untersuchungsergebnisse der OECD „Learning for Jobs“ über die berufliche Grundbildung publiziert. Und nun haben Experten die höhere Berufsbildung im internationalen Vergleich in Augenschein genommen. Mit von der Partie war die Schweiz: Auf über 100 Seiten beschreibt die OECD ihre Untersuchung «Skills beyond School Review of Switzerland».

Festhalten dürfen wir sicher, dass wir uns nicht verstecken müssen. Einiges wird gerühmt, doch natürlich kann noch vieles verbessert werden.

Gerühmt wird an der schweizerischen höheren Berufsbildung:

  • Arbeitgeber und Berufsverbände sind sehr engagiert in der Berufsbildung
  • rasches Reagieren des Systems auf Bedürfnisse des Arbeitsmarktes
  • die stark führende Rolle des SBFI fördert eine Konsensbildung
  • Ausbildungsprogramme sind zeitlichen Bedürfnissen von Studierenden flexibel angepasst
  • berufspraktisches Lernen ist generell gut in die Berufsbildung integriert
  • früher erworbene Fähigkeiten werden in der Berufsprüfung berücksichtigt
  • die höhere Berufsbildung bietet eine grosse Bandbreite von Karrieremöglichkeiten
  • Lehrende und Ausbildende in Berufsschulen sind sowohl in ihrem Berufsfeld als auch pädagogisch gut vorbereitet
  • die internationale Anerkennung der Berufsbildungsprogramme bleibt zwar eine Herausforderung, es kann jedoch auf einen bereits erreichten, hohen Status einzelner Programme aufgebaut werden

Als Verbesserungsmassnahmen werden empfohlen:

  • das Finanzierungsungleichgewicht zugunsten der Universitäten und zulasten tertiärer Bildungsgänge durch Darlehenssysteme oder Subventionsprogramme ausgleichen
  • eine effektive interkantonale Vereinbarung treffen, mit der Gleichheit und Fairness in der Finanzierung garantiert wird
  • mehr Transparenz über die Kosten und Qualität von Berufsbildungsprogrammen
  • um auf die Globalisierung und technologische Veränderungen reagieren zu können, muss…
    • die tertiäre berufliche und universitäre Ausbildung mehr zusammenarbeiten und
    • das Berufsbildungssystem stärker seine internationalen Netzwerke ausbauen

Bezüglich der internationalen Positionierung sind insbesondere die jeweils letzten Punkte interessant: Es besteht Bedarf nach einer Anerkennung der Berufsbildung über die Landesgrenze. Zudem verlangt die globalisierte Arbeitswelt ein stärkeres Teilnehmen in internationalen Netzwerken. Die Schweizerische Berufsbildung wird sich in Zukunft stärker international ausrichten müssen.

Hier können Sie die Studie «Skills beyond School» der OECD lesen.

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