Wissenfragen – theoretische Grundlagen

Bei Wissensfragen können grundsätzlich offene und geschlossene Fragen unterschieden werden.

Zu den offenen Fragen zählen Fragestellungen, die ein breites Spektrum an korrekten Antworten zulassen. Die Kandidat/innen formulieren die Antwort in eigenen Worten aus. Da die Antworten durch diese Prüfungsanlage sehr individuell formuliert werden, ist eine Korrektur durch einen Experten oder eine Expertin erforderlich. Für offene Wissensfragen eignen sich zum Beispiel offene Textaufgaben, Visualisierungsfragen oder auch situative Fragen.

Im Unterschied dazu sind geschlossene Fragen Fragestellungen, bei denen die Antwortmöglichkeiten bereits vorgegeben sind und die Kandidat/innen die ihrer Meinung nach richtige Antwort auswählen können. Geschlossene Fragen werden in der Praxis häufig übergreifend als MC-Aufgaben (= Multiple-Choice-Aufgaben) bezeichnet. Tatsächlich gibt es aber neben MC-Aufgaben weitere Typen geschlossener Fragen, wie etwa Single-Choice-Aufgaben, Zuordnungsaufgaben oder Reihenfolgeaufgaben. Da die Antwortsets bereits vorgegeben sind, ist die Auswertung sehr effizient möglich, weshalb sich hierfür auch automatisierte Auswertungssysteme anbieten. Aufgrund der hohen Effizienz und Objektivität in der Auswertung sind geschlossene Fragen vor allem in der Hochschuldidaktik eine sehr beliebte Prüfungsform. Es gilt jedoch zu berücksichtigen, dass geschlossene Fragen oftmals einen erheblichen Entwicklungsaufwand für die Konstruktion valider und reliabler Wissensfragen bedeuten.

Einen theoretischen Einblick in die Grundlagen von Wissensfragen ermöglichen die folgenden Werke:

Krebs, R. (2004): Anleitung zur Herstellung von MC-Fragen und MC-Prüfungen für die ärztliche Ausbildung. Bern: Institut für Medizinische Lehre IML. Hier finden Sie den Artikel.

Möltner, A. & Schellberg, D. & Jünger, J.: Grundlegende quantitative Analysen medizinischer Prüfungen. GMS Z Med Ausbild. 2006; 23(3): Doc53. Hier finden Sie den Artikel.

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